Ausdauer und Laufen

Zone 2 Training: Puls berechnen, Nutzen und Wochenplan

Veröffentlicht am 20. Oktober 2026

Zone-2-Training ist ruhiges Ausdauertraining knapp unter der ersten Laktatschwelle – so locker, dass Sie noch in ganzen Sätzen sprechen können. Es bildet bei Ausdauersportlern traditionell den Großteil des Trainingsumfangs. Untersuchungen zur Intensitätsverteilung erfolgreicher Ausdauersportler beschreiben, dass etwa 80 % der Einheiten bei niedriger Intensität stattfinden (Seiler, 2010).

Wie finde ich meine Zone 2?

MethodeZone 2 ungefährGenauigkeit
SprechtestSie können ganze Sätze sprechen, aber nicht singengut für die Praxis
% der maximalen Herzfrequenzca. 60–70 % HFmaxgrob
% der Herzfrequenzreserve (Karvonen)ca. 60–70 %etwas besser
Laktattestunter der ersten Laktatschwellehoch
Atemgasanalyseunter der ersten ventilatorischen Schwellehoch

Hinweis: Verschiedene Zonenmodelle (3, 5 oder 7 Zonen) definieren „Zone 2“ unterschiedlich. Verlassen Sie sich nicht auf eine Prozentzahl allein – der Sprechtest ist ein guter Gegencheck.

Rechenbeispiel

40 Jahre, Ruhepuls 60.

  1. HFmax geschätzt: 208 − 0,7 × 40 = 180 (Tanaka et al., 2001).
  2. Herzfrequenzreserve: 180 − 60 = 120.
  3. 60–70 %: 60 + 0,6 × 120 = 132 bis 60 + 0,7 × 120 = 144 Schläge/min.

Wie Sie den Ruhepuls messen: Ruhepuls. Mehr zur HFmax: maximale Herzfrequenz.

Was bringt Zone 2?

  • Grundlagenausdauer: Basis für längere Strecken und Erholung zwischen harten Einheiten.
  • Viel Umfang bei wenig Ermüdung: Sie können häufiger trainieren.
  • Fettstoffwechsel: Bei moderater Intensität ist der Anteil von Fett an der Energiegewinnung hoch (Achten et al., 2002) – für den Fettabbau entscheidet aber die Energiebilanz (siehe Fettverbrennung).

Eine Vergleichsstudie bei Ausdauersportlern fand, dass ein polarisiertes Modell – viel locker, wenig sehr hart – zentrale Ausdauerwerte stärker verbesserte als Training überwiegend im mittleren Bereich (Stöggl & Sperlich, 2014).

Wie viel Zone 2?

WochenumfangZone 2Intensiv
3 Einheiten2 × Zone 2 (40–60 min)1 × Intervalle
4 Einheiten3 × Zone 21 × Intervalle
5–6 Einheiten4–5 × Zone 2, davon 1 lang1 × Intervalle

Beispielwoche (Läufer, 4 Tage)

TagEinheit
Dienstag45 min Zone 2
DonnerstagIntervalle 5 × 3 min zügig (siehe Intervalltraining Laufen)
Samstag40 min Zone 2 + 4 Steigerungsläufe
Sonntag70–90 min Zone 2 (langer Lauf)

Typische Fehler

  1. Zu schnell: Viele laufen ihre „lockeren“ Einheiten zu hart. Langsamer ist hier richtig.
  2. Nur Zone 2: Ohne gelegentliche Intensität fehlen Reize für Tempo.
  3. Uhr statt Körper: Bei Hitze, Müdigkeit oder Bergauf steigt der Puls – dann das Tempo anpassen.

Häufige Fragen

Kann ich Zone 2 auch auf dem Rad oder Rudergerät machen?

Ja. Auf dem Rad liegt der Puls bei gleicher Anstrengung oft etwas niedriger als beim Laufen (siehe Rudergerät-Training).

Muss ich gehen, um in Zone 2 zu bleiben?

Am Anfang manchmal ja. Mit der Zeit wird das Tempo bei gleichem Puls schneller.

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